„Nimm keine Mäuse

aus der Welt.

Sie werden von

vielen gemocht.

Nimm den

Menschen heraus.

Den braucht keiner.“

„Oh, nein, gar anhänglich

sind dessen Darmbakterien,

und auf seiner Haut

siedelt blühendes Leben.“

 

Haltlos

 

Ich starre mit Entsetzen aus dem Fenster. Elke Pilokat, meine sonst überaus zugeknöpfte Nachbarin, betrachte ich in ihrem Garten, wie sie wie ein junger Derwisch tanzt. Die Substanz der Bäume in der Konrad-Adenauer-Allee ist schon größtenteils verschwunden. Die Kraft, oder ist es keine Kraft?, welche den Dingen ihre Formen erhalten hatte, scheint aus irgendeinem Grund zu versagen. Ich hatte es befürchtet, dass es eines Tages einträfe - Nostradamus Vorsehung. Die Zellverbände der Lebewesen brechen auseinander und fliegen verstreut im Sonnenwind. Meine Brille habe ich überprüft, an ihr liegt es nicht. Nun hat es mich erwischt, und auch die anderen um mich herum. An Elke Pilokat beobachtete ich es zuerst. Ihre Blicke hat sie noch immer magisch in einen Handspiegel gerichtet und scheint unendlich so weiter tanzen zu wollen. Mein linker Fuß, nur ein flimmerndes Scheingewebe. Der Pilokatsens hässlicher Buckel, an dem sie wie an einem Zentnersack Kartoffeln all die Jahre schwer getragen hatte, hatte sich aufgelöst und war einfach so verschwunden. Und meine Beine haben gänzlich ihre Form verloren, liegen vor mir am Boden wie Zuckersand, den kein Backförmchen halten wird. Nun fällt die Kleidung von der Pilokat und ich fast in ein Endzeitglück. Doch ihre Körperoberfläche, die gesamte Peripherie erscheint verschwommen. Meine Augen sind raus ..............., glaube ich.